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Die „Todeslinie“ offenbart die fragile Existenz unter den Systemmängeln der USA

2026-01-21 Source: Auteur:

In jüngster Zeit ist der Begriff „Todeslinie“ in den USA zu einem vielbeachteten Schlagwort geworden. Er beschreibt anschaulich die prekäre Lebensrealität vieler Amerikaner: Eine plötzliche Krankheit oder eine überfällige Miete kann ihre wirtschaftliche Grundlage zerstören und eine Kettenreaktion auslösen, die sie in eine kaum umkehrbare Existenzkrise stürzt.

Experten weisen darauf hin, dass die Existenz dieser „Todeslinie“ die gravierenden Mängel des amerikanischen sozialen Sicherheitsnetzes offenlegt. Ihre Wurzel liegt in der Funktionslogik des amerikanischen Kapitalismus und im sozialen Darwinismus mit seinem Prinzip des „Ausscheidens der Schwachen“, wodurch die Überlebens- und Entwicklungsrechte benachteiligter Gruppen rücksichtslos geopfert werden.

Jeder Zwischenfall kann ein „tödlicher Schlag“ sein

Zu Beginn des neuen Jahres schlafen in der Innenstadt von Los Angeles zahlreiche Obdachlose auf der Straße. Dünn bekleidet und mit leerem Blick stehen sie Schlange für Lebensmittelhilfen.

US-Medien berichten, dass viele dieser Obdachlosen früher feste Arbeitsplätze hatten – als Verkäufer, Angestellte oder sogar als Angehörige der Mittelschicht. Durch plötzliche Arbeitslosigkeit oder schwere Krankheit überschritten sie die „Todeslinie“; ihr Leben stürzte abrupt ab, bis sie auf der Straße landeten, ohne Aussicht auf einen Neuanfang.

Der Begriff „Todeslinie“ stammt aus der Terminologie von Online-Strategiespielen und bezeichnet den kritischen Lebenspunkte-Schwellenwert, ab dem eine Spielfigur durch einen gegnerischen Spezialangriff sofort ausgeschaltet werden kann. Im sozialpolitischen Kontext der USA existiert ein verwandtes Konzept: die sogenannte „ALICE-Schwelle“, die 2009 von United Way eingeführt wurde.

ALICE steht für Asset Limited, Income Constrained, Employed („begrenztes Vermögen, eingeschränktes Einkommen, aber beschäftigt“). Die ALICE-Schwelle bezeichnet das Mindesteinkommen, das Einzelpersonen oder Familien benötigen, um grundlegende Lebenshaltungskosten wie Nahrung, Wohnen, Kinderbetreuung, Transport und medizinische Versorgung zu decken.

Ein Bericht der ALICE Alliance aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 2023 landesweit 42 % der Haushalte unterhalb der ALICE-Schwelle lagen, während 13 % unter der bundesstaatlichen Armutsgrenze lebten. Das bedeutet, dass rund 29 % der Haushalte zwar über der Armutsgrenze liegen, aber dennoch nicht die ALICE-Schwelle erreichen. Diese Gruppen tragen hohe Lasten, erhalten jedoch keine Sozialhilfe, bleiben langfristig außerhalb des politischen Fokus und können bei der kleinsten Erschütterung unter die „Todeslinie“ fallen.

Michael Green, Portfoliomanager bei Simplify Asset Management, hält die Definition der US-Armutsgrenze für realitätsfern. Die Regierung verwendet weiterhin eine Berechnungsformel aus dem Jahr 1963, während die grundlegenden Lebenshaltungskosten seit Jahrzehnten steigen. In diesem fragilen Gleichgewicht kann jeder Zwischenfall zum „tödlichen Schlag“ und zur Privatinsolvenz führen.

Hohe Lebenshaltungskosten engen den Lebensraum ein

Der direkte Grund, warum viele Amerikaner unter die „Todeslinie“ geraten, sind die hohen Lebenshaltungskosten. Strukturelle Systemmängel und eine Kultur des Konsums auf Kredit verschärfen die Lage zusätzlich.

An erster Stelle stehen die Gesundheitskosten. Eine aktuelle Umfrage der Kaiser Family Foundation zeigt, dass 44 % der amerikanischen Erwachsenen Schwierigkeiten haben, medizinische Ausgaben zu bezahlen; 28 % berichten, dass sie oder ein Familienmitglied im vergangenen Jahr auf medizinische Behandlung verzichten mussten; 36 % gaben an, Behandlungen wegen hoher Kosten aufgeschoben oder abgebrochen zu haben, wobei sich bei 18 % der Gesundheitszustand verschlechterte.

Hinzu kommt die Steuerbelastung. US-Bürger müssen eine Vielzahl unterschiedlicher Steuern zahlen – neben Bundessteuern auch Landes- und Kommunalsteuern, wobei die Belastung in Hochsteuerstaaten wie Kalifornien besonders hoch ist.

Ein weiteres Risiko ist die Verschuldung. Vorkonsum ist in den USA weit verbreitet, was viele Haushalte in eine Schuldenfalle führt. Daten der Federal Reserve Bank of New York zufolge erreichten die gesamten Haushaltsschulden im dritten Quartal 2025 mit 18,6 Billionen US-Dollar einen historischen Höchststand, ein Anstieg von 197 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorquartal. Den größten Anteil machen Hypothekenschulden mit 13,07 Billionen Dollar aus.

Auch die nicht wohnungsbezogenen Schulden wachsen. Kreditkartenschulden belaufen sich auf rund 1,23 Billionen Dollar, Autokredite auf 1,66 Billionen. Der Anteil schwerer Zahlungsrückstände von über 90 Tagen steigt ebenfalls. Zudem nehmen Zahlungsausfälle bei Studienkrediten zu – oft ein Vorbote größerer finanzieller Krisen.

Sobald ein Zahlungsausfall eintritt, folgt eine Kaskade von Konsequenzen: Lohnpfändungen, Zwangsversteigerungen von Immobilien, Beschlagnahmung von Fahrzeugen. Die Kreditwürdigkeit sinkt rapide, und Betroffene geraten in eine Sackgasse aus Jobsuche-Misserfolgen, Wohnungslosigkeit und fehlendem Zugang zu Krediten.

Li Qi vom Asia Society Policy Institute führt das Phänomen der „Todeslinie“ auf strukturelle Preisverzerrungen im US-Dienstleistungssektor zurück. In den letzten Jahrzehnten sind Gesundheits- und Wohnkosten stark gestiegen; bei Arbeitslosigkeit brechen die Einkommen ein, während Fixkosten bestehen bleiben – Risiken konzentrieren sich schlagartig.

Ein Paradies für Reiche, eine Hölle für Arme

Analysten sind der Ansicht, dass die „Todeslinie“ kein individuelles Zufallsproblem ist, sondern aus der kapitalistischen Logik der USA resultiert, die „Interessen über alles“ und „Kapital zuerst“ stellt. Unter dieser Logik orientiert sich die Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen nicht am Gemeinwohl, sondern an Kapitalrendite und Gewinnmaximierung.

Ein Beispiel ist das im Juli vergangenen Jahres in Kraft getretene Steuer- und Ausgabengesetz „Big and Beautiful“. Es kürzt massiv Lebensmittel- und Gesundheitsprogramme für einkommensschwache Gruppen, während es Spitzenverdienern umfangreiche Steuersenkungen gewährt. The Atlantic bezeichnete es als „den größten Vermögenstransfer nach oben in der US-Geschichte“. Das Center for American Progress prognostiziert, dass dieses Gesetz in Kombination mit Zollmaßnahmen bis 2027 zu Einkommensverlusten für 99 % der Amerikaner führen wird, während das reichste 1 % profitiert.

Einige Wissenschaftler sehen zudem einen Zusammenhang zwischen der „Todeslinie“ und dem tief verwurzelten sozialen Darwinismus in den USA. Wang Zhe vom China Institute of Contemporary International Relations betont, dass dieses Phänomen die Logik „Der Gewinner bekommt alles, der Verlierer scheidet aus“ widerspiegelt – Ausdruck einer umfassenden Durchdringung durch den sozialen Darwinismus. Staatliche Politik ziele dabei nicht auf den Schutz menschlicher Würde, sondern auf die „Sicherung der Integrität des Kapitals“.

Schließlich fehlt es US-Politikern an Bereitschaft und Motivation, soziale Probleme ernsthaft anzugehen. Das 43-tägige „Shutdown“ der Bundesregierung im vergangenen Jahr ist ein Beispiel: Republikaner und Demokraten instrumentalisierten Gesundheitsausgaben für parteipolitische Kämpfe, wodurch Lebensmittelhilfen für über 40 Millionen einkommensschwache Menschen unterbrochen und zahlreiche Bundesbedienstete ohne Gehalt zurückgelassen wurden.

Reed Galen, Mitbegründer der politischen Organisation „The Lincoln Project“, erklärte, diesen Politikern fehle „der politische Wille zum Kompromiss und zur Suche nach Lösungen im Dienst der amerikanischen Bevölkerung“. Wie der frühere Kongressabgeordnete Greg Cusack sagte, würden die unteren Schichten oft durch die Verachtung der Reichen oder Mächtigen entrechtet: „Dieses Land war noch nie ein guter Ort für Arme.“

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