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Leah Remini spricht über Scientology-Kindheit
2016-09-18   spielfilm.de  spielfilm.de    

"Wir arbeiteten von morgens bis nachts, mit fast keinem Schulunterricht"

TV-Star Leah Remini ("King of Queens", "Family Tools") teilte in einem Interview mit buzzfeed.com ein paar traurige Details aus ihrer Kindheit in der Sekte Scientology. 1983, kurz vor ihrem zehnten Geburtstag, überzeugte Leahs Stiefvater ihre Mutter Vicki, mit Leah und ihren Schwestern Nicole und Christina in ein Scientology-Lager in Clearwater, Florida, umzusiedeln - wohin er ihnen allerdings nie folgte. "Wir zogen von einem Mittelklasse-Lebensstil [in Brooklyn, N.Y.] in ein Kakerlaken-verpestetes Motel mit sechs anderen Mädchen, nahe der Autobahn in Clearwater [Florida]. Wir wurden von unserer Mutter getrennt. Wir mussten Verträge über Milliarden Jahre unterschreiben, die wir nicht verstanden. Und wir fragten immer 'Warum tut ihr uns das an? Warum sind wir hier?'"

Der Zweck ihres Aufenthalts stellte sich für die Kinder schnell heraus: "Wir arbeiteten von morgens bis nachts, mit fast keinem Schulunterricht. Man durfte nicht nein sagen. Mann durfte nicht müde sein. Man durfte nicht sagen 'Ich bin ein kleines Mädchen, das gerade seinen Vater und alles was ich kannte verloren habe.' Es gab nur 'Mach es fertig.'" Schließlich besann sich ihre damals schwangere Mutter jedoch und zog mit ihren Töchtern nach Kalifornien um. "Meine Mutter hatte eine Freundin, die bereit war, uns einen Monat lang aufzunehmen, bis wir wieder auf unseren Füßen landeten. Also lebten wir in ihrem Haus. Es war ziemlich traumatisch, aber ich habe in dieser Zeit durch meine Mutter meine Stärke gefunden, weil sie uns niemals fühlen lassen hat, dass es uns nicht irgendwann besser gehen wird."

Im Juli 2013 löste Remini sich von der Sekte, zusammen mit der gesamten Familie, um die rigorose Politik der "Disconnection" zu verhindern, die von jedem Scientology-Aussteiger beschrieben wird: Alle noch im Kult verbleibenden Familienmitglieder und Freunde werden mehr oder weniger direkt gezwungen, sofort jeglichen Kontakt mit der "unterdrückerischen Person" abzubrechen. Dies zeigte sich sofort in Gestalt von Kirstie Alley(Reality-Serie "Fat Actress"), die Remini zudem öffentlich als "widerwärtig" beschimpfte und sich auch nicht entblödete, ihre ehemalige Freundin als "religiöse Fanatikerin" darzustellen - die begrifflichen Implikationen und die Ironie der Situation entziehen sich offensichtlich ihrer Kenntnisse.

Wie die Leah nun gestand, spielte bei der Entscheidung, sich von der Sekte zu befreien, vor allem ihre neunjährige Tochter Sophia eine Rolle: "Sie kam dem Alter nahe, in dem eine Aufnahme in die Kirche starten müsste. Ich fing an, über meine eigene Kindheit nachzudenken und darüber, wie ich begann, mich über meine Mutter zu ärgern, weil sie nie zuhause war. [...] In meinem Haus kommt die Familie zuerst, aber ich verbrachte die meiste Zeit in der Kirche. Also sagte ich 'Familie zuerst', aber zeigte das nicht. Ich wollte nicht, dass das meiner Tochter die falsche Botschaft gibt."

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